IBACH Flügel mit Cluttsam-Klaviatur

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Rolf Ibach überreicht am 4.07.2014 einen IBACH Flügel mit Bogenklaviatur an das Grassi Museum für Musikinstrumente

Im Rahmen eines Gesprächskonzertes überreichte Rolf Ibach als Unternehmensvertreter dem Museum einen kuriosen IBACH Flügel von 1909. Die Bogenklaviatur nach Cluttsam sollte kleineren Pianisten mit geringer Handspanne das Spiel ernorm erleichtern. Justus Frantz spielte einmal selbst auf diesem Ibach-Flügel und zeigte sich erstaunt, dass die ergonomischen Tasten so wenig Verbreitung fanden.
Eckhart Kuper von der Hochschule für Musik und Theater Leipzig improvisiert auf diesem Flügel und kommt mit Rolf Ibach und Professor Helmut Loos/Institut für Musikwissenschaft der Universität ins Gespräch. Herr Ibach wird das Instrument sodann offiziell übergeben; es wird fortan repräsentativ in der Dauerausstellung gezeigt.

Max Reger an Rudolf Ibach

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Sehr verehter [sic!] Herr Ibach!

Soeben nach Hause gekommen, beeile ich mich Ihnen für Alles, Alles, all Ihre so große Liebenswürdigkeit (offen n. ein Conzert !!) meinen wärmsten und aufrichtigsten Dank zu sagen, und bitte ich Sie, diesen meinen herzlichsten Dank sowohl Ihrer Frau Gemahlin wie den Damen Saatweber und Münzer nebens meinen unterthänigsten Grüßen übermitteln zu wollen. Also 1.000.000.000.000.000.000.000 x Dank.

In Frankfurt a/M gestaltete sich der Regerabend zu einem ganz durchschlagenden Erfolg! Bitte haben Sie die große Freundlichkeit, mir von allen Kritiken über Barmen (22.) mehrere Exemplare recht balde zusenden zu wollen.

Herzlichen Dank im Voraus! Auf den Richard Wagner Flügel freue ich mich ganz unendlich; bitte senden Sie denselben so, daß er gegen 20. April in München eintrifft; bitte dann gleich an meine neue Adresse zu senden, die ich Ihnen noch angebe extra per Gelegenheit!

Nächste Saison bringe ich Ihre wundervollen Flügel hier in München in Schwung!

Es wird Sie wohl interessieren zu hören, daß ich soeben 1. Dirigent der Porges’schen Gesangsvereins hier geworden bin; alljährlich zwei große Conzerte mit gr. Orchester. (Ich hab’ mich gar nicht beworben, die Sache wurde mir angetragen; mein Vorgänger war Professor [Max] Erdmannsdörfer.)

Auf unser Wiedersehen am 17. April in Düsseldorf freue ich mich sehr, ich habe Ihnen sehr viel zu erzählen!

Nun …..[?] viel, viel, viel allerherzlichsten Dank, schönste, best Grüße an Sie, Ihre Frau Gemahlin, die Damen Saatweber und Münzer.

Ihr ergebenster

Max Reger[:]

Richard Strauss an Rudolf Ibach

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„… spielte ich Ihre neueste Schöpfung, mein Patenkind den Richard-Strauss-Flügel. Ich spreche Ihnen meine vollste Anerkennung aus und freue mich aufrichtig, daß dieser Flügel, der meinen Namen trägt, ein so wunderbares Kunstwerk geworden ist. “

Aus einem Brief von Richard Strauss an Rudolf Ibach[:]

Johannes Brahms an Rudolf Ibach


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„Nicht unterlassen möchte ich, Ihnen mit wenig Worten für Ihren vortrefflichen Flügel zu danken. Wie sehr er sich durch edle Klangfülle auszeichnete, haben Sie ja im Probekonzert (Generalprobe) genug von anderen gehört. So kann ich dem nur beifügen, daß die Spielart eine ganz vorzügliche ist.

 “

Aus einem Brief von Johannes Brahms an Rudolf Ibach[:]

Richard Wagner über den Parsifal-Flügel

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Geehrtester Herr und Gönner!
Verzeihen Sie mir ja, dass ich Ihnen noch nicht meine Freude über das schöne Instrument bezeugt habe, welches Sie mit so grosser Fürsorge mir hier in Neapel zur Benutzung gestellt haben.
Meines Dankes waren Sie wohl gewiss, dennoch wiederhole ich hier nochmals, wie innig hoch ich Ihre mir erwiesene Aufmerksamkeit schätze. Noch ist der Flügel ganz gut gestimmt; tritt eine Störung ein, so werde ich alsbald Ihren hiesigen Vertreter davon benachrichtigen.
Also, herzlichen Dank und die Versicherung meiner grössten Befriedigung durch die Vortrefflichkeit Ihres ausgezeichneten Flügels.

27. April 1880 Mit grösster Hochachtung
Villa d‘ Angri Ihr ergebener
Posil[l]ipo – Neapel Richard Wagner[:]

Überraschende Erfahrungen eines Berufsmusikers: über den IBACH Klang

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Aus einer Zuschrift im Herbst 2003…

Sehr geehrte Damen/ Herren,

vor einigen Tagen gelang es mir, einen Ibach-Flügel der Marke Richard Strauss, 210 cm, aus dem Jahre 1927 zu erwerben. Gestatten Sie mir, an dieser Stelle, meine Begeisterung für die unglaubliche Qualität des Instruments zum Ausdruck zu bringen, das offensichtlich immer gepflegt worden ist, um sich nach beinah achtzig Jahren noch in diesem Zustand zu befinden, natürlich aber auch eine grundsätzliche Qualität besitzen musste, damit man mit dieser Pflege überhaupt etwas einmal Vorhandenes erhalten konnte.
Das Instrument war drei Jahre nicht gestimmt und gespielt worden, hatte gerade den Transport überstanden und war doch, bei dem ersten Konzert, währenddessen gestern abend einige der besten Musiker [ORT] auf dem Instrument Chopin, Bach, Ravel, Schumann und Tchaikowsky spielten in einem derartigen Zustand, dass alle sich fragten, wozu ich überhaupt einen Stimmer bestellen wolle. Übereinstimmend wurde das Instrument als klanglich herausragend, liebreizend und bezaubernd bewertet, also als eines, das dem Klangideal vergangener Jahrzehnte vollständig entspräche. Abgesehen davon ergab eine gründliche Inspektion, dass keinerlei, also auch nicht die geringsten Reparaturen nötig seien, abgesehen von kleinen und streng genommen überflüssigen kosmetischen Korrekturen, wie das eventuelle Bleichen einer verglichen mit anderen Instrumenten desselben Alters kaum vergilbten Tastatur oder Aufarbeitung einer selbstredend nicht mehr vollständig intakten Lackierung.
Lassen Sie mich Ihnen an dieser Stelle und durchaus um des Kompliments an Ihr Haus willen sagen, dass ich ursprünglich den Erwerb eines [XXXXX] plante, mir dann aber sagte, dass ich den Klang dieses Instruments schon eine ganze Weile nicht mehr mochte, da ich ihn mir „über gehört“ hatte und deshalb zunächst einmal diesem alten und durch Zufall gefundenen Ibach eine „Chance“ geben wollte, um ihn nun keineswegs als „billigeren Ersatz“ anzusehen, sondern als ein anderes Instrument mit einem anderen Klangideal. Und zwar eines, das die gestern hier versammelten Musiker, durchweg Besitzer von [XXXXXs], aufhorchen liess.
Nun habe ich nur noch eine Bitte oder vielmehr eine Frage an Sie. Wurde der 1927’er Richard Strauss von Ihrem Haus damals mit einem passenden Klavierhocker im selben Design geliefert; und wenn ja, wäre es möglich, Fotos oder Kopien der Baupläne von diesem zu erhalten, um ihn sich nachbauen lassen zu können. Ich bin weder Purist noch Snob und habe nicht vor, mit dem Instrument einen Kult zu betreiben. Nur ist es so, dass die bereits angesprochene Qualität des Flügels einen derartigen Aufwand allemal rechtfertigen würde. Mit einer Antwort oder gar Ihrer Hilfe würden Sie mir natürlich eine grosse Freude bereiten.[:]

Ein mühsam erspartes IBACH-Klavier

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Herr Herbert W. aus Dortmund berichtet 1994 über sein IBACH-Klavier:

Sehr geehrter Herr Ibach,

zum 200 jähr. Bestehen Ihres Unternehmens möchte ich die herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Vielleicht kann ich mit diesem Brief einen kleinen Beitrag zur Geschichte und zur Tradition der Firma Ibach beitragen.

Mit zwölf Jahren – es war im Jahr 1945 – bekam ich meine ersten Klavierstunden. Ich wohnte damals mit meinen Eltern noch in Ennepetal.
Da mein Vater selbst ein guter Pianist war, hatte ich wohl die Liebe zur Musik im Allgemeinen und zum Klavier im Besondern geerbt. Dem Klavier galt und gilt immer noch meine große Liebe.
Da meine Eltern selbst kein Klavier hatten, mußte ich meine Klavierübungen bei Nachbarn absolvieren, die ein Klavier besaßen. Dies tat ich fast über ein Jahr lang (mein Klavierlehrer war Herr Dönges aus Gevelsberg) bis ich dann im Pfarrsaal unserer katholischen Kirchengemeinde die Möglichkeit bekam zu üben.

Nach meiner Lehrzeit als Schlosser im Jahr 1949 kauften meine Eltern ein gebrauchtes Klavier aus einer Gaststätte; der Preis – für damalige Verhältnisse sehr hoch – betrug 400,- DM. Doch das Klavier war in schlechtem Zustand. Ich selbst habe auf meinen Urlaub verzichtet und habe mir das Geld dafür ausbezahlen lassen, um das gebrauchte Klavier mitfinanzieren zu können.

Nun kommt die eigentliche Verbindung mit Ihrem Unternehmen: Meine Eltern fragten damals bei Ihrem Unternehmen an, ob die Möglichkeit bestünde, das Klavier zu überholen. Eine Frau W a g n e r – ihren Namen habe ich nicht vergessen – war hierfür zuständig und gab meinen Eltern die Zusage. Unser Klavier mußte dann für längerer Zeit in Ihrem Unternehmen überholt werden.
Mir wurde dann von Frau Wagner mitgeteilt – und das war für mich eine große Überraschung – ich könne während dieser Zeit so oft ich wolle, nach Schwelm kommen und auf einem Klavier meiner Wahl üben und musizieren.
Es war für mich eine so große Freude, daß ich dieses Entgegenkommen nie vergessen werde. Diese menschliche Geste seitens Ihres Unternehmens gebührt gewürdigt zu werden. Sind es nicht oft kleine Dinge die etwas großes zum Guten bewirken ?

Später heiratete ich, bekam eine kleine Wohnung und konnte das Klavier nicht mitnehmen. Als meine Eltern starben wurde die Wohnung aufgelöst und unser Klavier kam in fremde Hände. Ich weiß heute noch nicht, wie dies geschehen konnte. Es war für mich sehr schmerzlich und hinterließ bei mir eine tiefe Trauer. Dieses Instrument, mein Klavier wofür ich gearbeitet hatte, sah ich nie wieder.[:]