Ein mühsam erspartes IBACH-Klavier

Herr Herbert W. aus Dortmund berichtet 1994 über sein IBACH-Klavier:

Sehr geehrter Herr Ibach,

zum 200 jähr. Bestehen Ihres Unternehmens möchte ich die herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Vielleicht kann ich mit diesem Brief einen kleinen Beitrag zur Geschichte und zur Tradition der Firma Ibach beitragen.

Mit zwölf Jahren – es war im Jahr 1945 – bekam ich meine ersten Klavierstunden. Ich wohnte damals mit meinen Eltern noch in Ennepetal.
Da mein Vater selbst ein guter Pianist war, hatte ich wohl die Liebe zur Musik im Allgemeinen und zum Klavier im Besondern geerbt. Dem Klavier galt und gilt immer noch meine große Liebe.
Da meine Eltern selbst kein Klavier hatten, mußte ich meine Klavierübungen bei Nachbarn absolvieren, die ein Klavier besaßen. Dies tat ich fast über ein Jahr lang (mein Klavierlehrer war Herr Dönges aus Gevelsberg) bis ich dann im Pfarrsaal unserer katholischen Kirchengemeinde die Möglichkeit bekam zu üben.

Nach meiner Lehrzeit als Schlosser im Jahr 1949 kauften meine Eltern ein gebrauchtes Klavier aus einer Gaststätte; der Preis – für damalige Verhältnisse sehr hoch – betrug 400,- DM. Doch das Klavier war in schlechtem Zustand. Ich selbst habe auf meinen Urlaub verzichtet und habe mir das Geld dafür ausbezahlen lassen, um das gebrauchte Klavier mitfinanzieren zu können.

Nun kommt die eigentliche Verbindung mit Ihrem Unternehmen: Meine Eltern fragten damals bei Ihrem Unternehmen an, ob die Möglichkeit bestünde, das Klavier zu überholen. Eine Frau W a g n e r – ihren Namen habe ich nicht vergessen – war hierfür zuständig und gab meinen Eltern die Zusage. Unser Klavier mußte dann für längerer Zeit in Ihrem Unternehmen überholt werden.
Mir wurde dann von Frau Wagner mitgeteilt – und das war für mich eine große Überraschung – ich könne während dieser Zeit so oft ich wolle, nach Schwelm kommen und auf einem Klavier meiner Wahl üben und musizieren.
Es war für mich eine so große Freude, daß ich dieses Entgegenkommen nie vergessen werde. Diese menschliche Geste seitens Ihres Unternehmens gebührt gewürdigt zu werden. Sind es nicht oft kleine Dinge die etwas großes zum Guten bewirken ?

Später heiratete ich, bekam eine kleine Wohnung und konnte das Klavier nicht mitnehmen. Als meine Eltern starben wurde die Wohnung aufgelöst und unser Klavier kam in fremde Hände. Ich weiß heute noch nicht, wie dies geschehen konnte. Es war für mich sehr schmerzlich und hinterließ bei mir eine tiefe Trauer. Dieses Instrument, mein Klavier wofür ich gearbeitet hatte, sah ich nie wieder.

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