DEEN

KLANGKULTUR SEIT 1794

Ein Klang.
Eine Geschichte.
Für Generationen.

Ein IBACH ist mehr als ein Instrument. Er ist ein Stück Musikgeschichte – und oft ein Teil der eigenen.

Die Geschichte Ihres IBACH entdeckenUnser Haus kennenlernen
Schwarzer IBACH Flügel mit geöffnetem Deckel und goldfarbenem Rahmen
RUD. IBACH SOHN · KLAVIERBAUKUNST AUS DEM BERGISCHEN LAND
TRADITION, DIE WEITERKLINGT.1794 — HEUTE

01 / DAS HAUS IBACH

Musikgeschichte.
Familiengeschichte.

Was 1794 in einer Werkstatt begann, verbindet bis heute Menschen, Musik und Generationen.

Johann Adolph Ibach gründete in Beyenburg seine Werkstatt für Orgel- und Klavierbau. Daraus entwickelte sich ein Familienunternehmen, dessen Instrumente weit über das Bergische Land hinaus ihren Platz fanden.

Die Produktion in Deutschland endete 2007. Geblieben sind die Instrumente, ihre Geschichten und ein außergewöhnliches Archiv. Dieses Erbe halten wir lebendig.

Meilensteine entdecken

DAS IBACH ARCHIV / EINE ZEITREISE IN BILDERN

Sieben Generationen.
Unzählige Geschichten.

Menschen, Instrumente und Ideen, die unser Haus geprägt haben. Entdecken Sie die Meilensteine von IBACH – mit historischen Fotografien und Dokumenten aus unserem Archiv.

1766 – Geburt des Firmengründers

Johann Adolph Ibach, Gründer des Hauses

Am 17. Oktober 1766 wird der Firmengründer, Johann Adolph Ibach, in Beyenburg (heute ein Stadtteil von Wuppertal) geboren.

1794 – Gründung der Orgel- und Klavierbauwerkstatt

Abbildung zur Gründung aus dem IBACH Archiv

Im Alter von 28 Jahren gründete Johann Adolph Ibach 1794 in Wuppertal-Beyenburg seine Werkstatt für Klavier- und Orgelbau. Alle Familienmitglieder – mit seiner Ehefrau Johanna Maria Christina von der Burg hatte er elf Kinder, vier Jungen und sieben Mädchen – arbeiteten im Unternehmen mit. Die vier Söhne – C. Rudolf, Richard, Gustav Adolf und Adolf – ergreifen später alle den Klavier- und Orgelbauer-Beruf.

1816/17 – Umzug „An die Allee“ in Barmen

Das Haus an der Allee in Barmen

Häufig wechselte Ibach den Standort bis er 1816/17 schließlich an der Allee in Barmen (heute ein Stadtteil von Wuppertal) ein Geschäfts- und Wohnhaus auf eigenem Grund und Boden errichtete.

1833 – Carl Rudolf Ibach wird Teilhaber

Carl Rudolf Ibach mit seiner Familie, um 1860

Carl Rudolf (1804-1863), der älteste Sohn des Firmengründers wird Teilhaber. Seine jüngeren Brüder treten in den Folgejahren 1839 bzw. 1844 ein. Nur Adolf Ibach, der jüngste Sohn, bleibt zunächst Angestellter und wird ab den 1860er Jahren in Bonn einen eigenen Orgelbaubetrieb gründen. 1839 zieht sich der Firmengründer zurück und übergibt das Unternehmen an die Söhne Carl Rudolf und Richard, einen begabten Orgelbau-Spezialisten. Das Bild zeigt Carl Rudolf Ibach mit seiner Familie: Ehefrau Regine Emilie Bruckenhaus und die Söhne P.A. Rudolf, Eugen und Moritz Walter. Um 1860.

1862 – Gustav Adolf Ibach gründet eigene Klavierfabrik

Fabrik, Ladengeschäft und Wohnhaus von Gustav Adolf Ibach

Der dritte Sohn des Firmengründers, Gustav Adolf Ibach (1815-1880) ist von 1844 bis 1862 Teilhaber des väterlichen Unternehmens. Er gründet im Jahr vor dem Tod seines ältesten Bruders Carl eine eigene Klavierfabrik in Barmen. Diese besteht bis 1898. Die Abbildung zeigt das Firmengebäude mit angeschlossenem Ladengeschäft. Rechts daneben steht das Wohnhaus.

1863 – die 3. Generation übernimmt

P. A. Rudolf Ibach, dritte Generation

Im Jahr 1863 stirbt Carl Rudolf Ibach. Dies führt zu Verschiebungen innerhalb der Teilhaberschaft. Sein ältester Sohn, P.A. Rudolf leitet zunächst als Angestellter den Klavierbau. Seine Mutter Regine Emilie Ibach geb. Bruckenhaus führt zunächst das Unternehmen gemeinsam mit dem Onkel, Orgelbauer Richard Ibach fort, der seit 1839 ebenfalls Teilhaber war.

1869 – Trennung von Orgel- und Klavierbau

Die IBACH Orgel in der Gesellschaft Concordia in Barmen

Auf Initiative von P.A. Rudolf Ibach werden 1869 Orgel- und Klavierbau voneinander getrennt und in separaten Unternehmen weitergeführt. Unter dem Namen RUD. IBACH SOHN wurde noch eine Zeitlang im gleichen Gebäude mit den Orgelbauern produziert, bis P.A. Rudolf Ibach eine eigene Fabrik in unmittelbarer Nachbarschaft errichten konnte. Die erste Konzertsaalorgel Europas war die Ibach-Orgel in der Gesellschaft Concordia in Barmen. Die Abbildung zeigt die Orgel bei einer Aufführung (zeitgenössische Zeichnung).

1869 – Richard Ibach übernimmt Orgelbau

Porträt von Richard Paul Ibach

Durch Richard P. Ibach (1813-1889) nahm der Orgelbau einen ungeahnten Aufschwung und überflügelte zeitweilig den Klavierbau. Mehrere Orgeln wurden für den preußischen König gebaut, viele gingen ins benachbarte Ausland. Folgerichtig beendet Richard 1869 seine Teilhaberschaft mit der Trennung von Klavier- und Orgelbau und übernimmt den Orgelbaubetrieb, der fortan „Orgelbauanstalt Richard Ibach“ firmiert. Das Unternehmen besteht bis 1904 fort.

1870er Jahre- die Industrialisierung im Klavierbau beginnt

Dampfmaschine im Kesselhaus in Schwelm

Mit Einführung der Dampfkraft (1873 bei Ibach) nimmt die Industrialisierung der Klavierindustrie ihren Anfang. Das Foto zeigt das sogenannte Kesselhaus in Schwelm mit Dampfmaschine.

1873 – Wiener Weltausstellung

Historische Abbildung zur Wiener Weltausstellung 1873

Weltausstellung in Wien 1873: Die Schaffung von Gehäusen mit „Design-Charakter“ wird zu einem Schwerpunkt der Weiterentwicklung von P.A. Rudolf Ibach. Instrumente als „Gesamtkunstwerk“: handwerkliche Verarbeitung, Spielart und Klang sowie optisches Erscheinungsbild als Ganzes. Sein jüngerer Bruder, Walter Ibach (1856-1923) arbeitet im Betrieb mit. Er gilt als Tüftler und Erfinder bei Ibach.

1876 – Umzug in die neue Fabrik

Die neue Barmer Fabrikanlage, um 1890

Kurz nach der Weltausstellung erfolgt der Umzug in eine neue Fabrik am „Neuen Weg“ in Wuppertal-Barmen. Marker der modernen Zeit sind die Pferdebahn sowie die rauchenden Fabrikschlote, die auf den Einsatz von Maschinenkraft verweisen. Das Foto zeigt die Fabrikanlage um 1890.

1879 – Flügel Nr. 7.000 für Richard Wagner

IBACH Flügel Nr. 7.000 für Richard Wagner

Auf dem IBACH Flügel Nr. 7.000, der heute in Bayreuth steht, komponierte Richard Wagner (1813-1883) im Winter 1879/80 in Neapel Teile des „Parsifal“. Wagner nannte Rudolf Ibach in einem seiner Briefe „seinen freundlichen Tongehilfen“.

1883 – 1. Designwettbewerb für Musikinstrumente

Ausschreibung des Designwettbewerbs von 1883

P.A. Rudolf Ibach ist neben der Industrialisierung auch maßgeblich beteiligt an der Herstellung von Designerinstrumenten. 1883 rief er Architekten und Künstler zu einem Wettbewerb für geschmackvolle und zeitgemäße Entwürfe für Instrumentengehäuse auf. Es war der weltweit erste Designwettbewerb für Musikinstrumente. Träger des ersten Preises in diesem Wettbewerb wurde Bruno Schmitz, der Erbauer des Leipziger Völkerschlachtdenkmals, der ein – dem Zeitgeschmack entsprechend – üppig ausladendes Gehäuse vorschlug, das heute eher an einen Sarg erinnert.

1884 – die Fabrik in Schwelm wird in Betrieb genommen

Die Schwelmer Fabrik, Darstellung von Jakob Weeser-Krell, 1887

Die Fabrik in Schwelm wird 1884 als 2. Produktionsstätte eröffnet. Nach den Zerstörungen und Verlusten im 2. Weltkrieg dient dieser Standort ab 1945 – obwohl auch er Schäden davongetragen hat – der Firma als Hauptsitz und dann einzige Produktionsstätte. Die Abbildung von Jakob Weeser-Krell von 1887 zeigt die Wilhelmstrasse mit der kurz zuvor erworbenen zweiten Fabrik.

1892 – P.A. Rudolf stirbt

P. A. Rudolf Ibach und Hulda Ibach, geborene Reyscher

P.A. Rudolf stirbt 1892 während eines Kuraufenthalts mit nur 49 Jahren. Nach seinem Tod führt seine Witwe Hulda Ibach, geb. Reyscher (1845-1921) das Unternehmen 12 Jahre lang äußerst erfolgreich weiter. Es gelingt ihr das Geschäft auszubauen und kann somit 1904 ihren Söhnen ein Unternehmen in bester Verfassung überlassen.

1894 – 100-jähriges Firmenjubiläum

Jubiläumsflügel Nr. 25.000, gestaltet von Bruno Schmitz

Unter der Ägide von Hulda Ibach feiert das Unternehmen 1894 das 100jährige Firmenjubiläum. Den Jubiläumsflügel mit der Instrumentennummer 25.000 schuf Bruno Schmitz. Das Instrument steht heute in der Musikhochschule München. Neben den „Alltagsinstrumenten“ entstanden in diesen Jahren eine Fülle künstlerisch gestalteter Klaviere und Flügel und die Berliner Verkaufs-Niederlassung wurde zu einer 3. Fabrik ausgebaut. Außer auf dem westeuropäischen Markt war IBACH sehr stark in Mittel- und Südamerika, im Baltikum und in Russland vertreten. IBACH-Instrumente fanden ebenso in Asien, Afrika und Ozeanien interessierte Kunden. Mit Unterstützung des Schwagers Walter Ibach wurden hier als auch später viele Erfindungen gemacht sowie Verbesserungen eingeführt und genutzt: der Transponierflügel (Patent Kraus/Ibach), die Bogenklaviatur (Patent Clutsam), die Strahlenklaviatur (Patent Schulz/Ibach) das Ibachord (=Konzert-Cembalo), das Dirigentenpult-Klavier, die Jankó-Klaviatur (Patent Jankó), Ibachiola, Ibach-Welte-Flügel und Ibach-Welte-Pianino.

1904- die 4. Generation übernimmt

Albert Rudolf Ibach, Aufnahme von 1907

Die 4. Generation tritt 1904 mit Albert Rudolf Ibach (1873-1941) als Teilhaber in das Unternehmen ein. Er ist verheiratet mit Elisabeth (genannt Lilli) Wolters. Seine beiden jüngeren Brüder, Max Ibach (1875-1915) und Hans Ibach (1877-1913) sind ebenfalls ab 1904 als Teilhaber am Unternehmen beteiligt. Die bewährte Firmenstrategie wird fortgeführt, Künstlerkontakte weiter ausgebaut, eigene Konzertsäle in Düsseldorf, Berlin und Köln errichtet. – Der erste Weltkrieg und die Nachkriegsjahre brachten den Klavierherstellern empfindliche Rückschläge. Nicht nur, dass die Märkte in Amerika und Russland für den deutschen Klavierexport verloren gingen, die Erfindung von Radio und Grammophon ließen viele potentielle Kunden auf eigenes Musizieren verzichten. Mit der Krisenzeit der ausgehenden 1920er Jahre setzte ein Klavierfabrik-Sterben ein, das auch die „Großen“ nicht verschonte. Mit argen Blessuren zwar, ansonsten jedoch durchaus lebensfähig, meisterte IBACH diese schwierigen Jahre.

1926 – Zusammenarbeit mit Richard Strauss

Historische Abbildung zur Zusammenarbeit mit Richard Strauss

Eine lange, enge Freundschaft verband die Familie Ibach mit Richard Strauss (1864-1949). Er verlieh RUD. IBACH SOHN 1926 das Recht, die Flügelbaureihe F-III 215 künftig nach ihm zu nennen. Dies ist die Folge der Freundschaft, aber auch einer engen Zusammenarbeit mit Strauss, der u.a. einen für ihn von Emanuel von Seidl entworfenen IBACH besaß.

1933 – Adolf Ibach tritt in die Firma ein

Adolf Ibach mit seiner ältesten Tochter und dem IBACH Kleinklavier

Adolf Ibach (1911-1999) tritt 1933 in die Firma ein. Er entwickelt 1938 ein nur 1 Meter hohes Klein-Klavier als Antwort auf die veränderten Bedingungen im Wohnungs- und Siedlungsbau und dem damit veränderten Käuferinteresse. 1941 stirbt der Senior-Chef. Im selben Jahr verstirbt ebenfalls sein älterer Bruder Dr. Alfred Rudolf (Rolf) Ibach (1909-1941). Zeitgleich wird Adolf Ibach, der nun neue Firmenchef, zum Militärdienst eingezogen. Das Foto zeigt Adolf gemeinsam mit seiner ältesten Tochter Brigitte Brauneis (geb. 1938) und dem von ihm erfundenen Ibach-Kleinklavier.

1945 – Neubeginn

IBACH Messestand auf der AFO in Wuppertal-Elberfeld, 1949

Neubeginn – nur mühsam kam der Betrieb nach 1945 wieder in Gang, nachdem der II. Weltkrieg mit seinen Verwüstungen auch große Verluste für IBACH brachte. Der Barmer Sitz, das Stammhaus, musste aufgegeben werden. Aus stadtplanerischen Gründen war ein Wiederaufbau in Wuppertal nicht möglich, so wurde das Schwelmer Zweigwerk nach 1945 zum Hauptsitz des Unternehmens, wo unter größten Anstrengungen bereits zu Beginn der 1950er Jahre die Produktion wieder aufgenommen werden konnte. Vorher nimmt der Betrieb seine Tätigkeit in Form von Reparaturen wieder auf. Zeitgleich erfolgt die Wiederherstellung der Fabrikanlagen. Das Foto von 1949 zeigt den IBACH Messestand auf der AFO, der Messe für Aufbau und Fortschritt, die in Wuppertal-Elberfeld in einer Zeltstadt auf dem Döppersberg veranstaltet wurde.

1956 – das 100.000 Instrument entsteht

IBACH Geschäft in der Elberfelder Robertstraße

Das 100.000 Instrument aus dem Hause IBACH wird 1956 hergestellt. Zu dieser Zeit – dem Neubeginn und der neuen Blüte des Instrumentenbaus nach dem 2. Weltkrieg – wird das Unternehmen von Adolf Ibach und seiner Frau Margrit Ibach, geb. Amann (1914-1995) geleitet. Adolf Ibach baute die Produktion – die nun ausschließlich am Standort in Schwelm stattfand – weiter aus.

1969 – Rolf Ibach wird Gesellschafter und feiert das 175-jährige Firmenjubiläum

Ein Teil der IBACH Belegschaft im Jubiläumsjahr 1969

Nachdem das 150jährige Jubiläum 1944 nicht gefeiert werden konnte, ist die Feier des 175 jähriges Bestehens aus vielerlei Hinsicht eine besondere. Auch, weil sie einen Höhepunkt der Ära Adolf und Margrit Ibach, der 5. Generation, bildet. Ebenfalls 1969 wird Rolf Ibach als Mitglied der 6. Generation Teilhaber der Firma. Das Foto zeigt Teile der Belegschaft im Jubiläumsjahr.

1973 – Instrument Nr. 125.000

Der Flügel Nr. 125.000 und seine Erbauer

Das Instrument Nr. 125.000 wurde 1973 fertiggestellt. Die Schöpfer des Flügels waren (vorne kniend) Peter Räupke und (von links) Dieter, Stute, Bruno Dötsch, Klaus Henkel, Werner Böhme und Hans Köbleert.

1980 – Rolf Ibach übernimmt das Ruder

Margrit und Adolf Ibach mit ihren Söhnen Rudolf Christian und Rolf

Rolf Ibach (geb. 1940) übernimmt in der 6. Generation in den 1980er Jahren die Gesellschaft. Mit der Übernahme der Klavierproduktion von Roth & Junius ist die Idee der Mehr-Marken-Strategie geboren. Das Foto zeigt Margrit und Adolf Ibach mit ihren beiden Söhnen Rudolf Christian (geb. 1937) und Rolf.

1994 – 200-jähriges Firmenjubiläum

Feier zum 200-jährigen Firmenjubiläum 1994

Die Feier des 200jährigen Firmenjubiläum findet 1994 sowohl in Wuppertal, dem Geburtsort des Unternehmens, als auch in der Kölner Philharmonie statt. Höhepunkt bildet der festliche Abend im Wuppertaler Opernhaus. Der damalige NRW Ministerpräsident, Johannes Rau, selber ein Wuppertaler Kind, hält die Festansprache.

1997 – Präsentation des Richard-Meier-Flügels

Rolf Ibach, Richard Meier, Rudolf Christian Ibach und Christian Sabisch bei der Präsentation

In der Tradition des Urgroßvaters entscheidet Rolf Ibach, die Idee der Designerinstrumente anlässlich des 200jährigen Jubiläums wieder aufzunehmen. In der Folge entsteht die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Architekten und Pritzker-Preisträger Richard Meier (geb. 1934). Im Jahr 1997 wird der Flügel der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Foto zeigt (von links) Rolf Ibach, Richard Meier, Rudolf Christian Ibach und Christian Sabisch bei der Präsentation der Entwürfe und des Modells im Schwelmer IBACH-Haus.

2004 – mit Sabine Ibach tritt die 7. Generation in die Nachfolge ein

Sabine Ibach beim Besuch von Wolfgang Thierse, 2005

Mit Sabine Ibach tritt 2004 die 7. Generation als Geschäftsführerin (ab 2006 als alleinige Gesellschafterin) in das Unternehmen ein. Das Foto ist entstanden anlässlich des Besuchs von Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse 2005.

2007 – Ende der Produktion in Deutschland

Zeitdokument zum Ende der Produktion in Deutschland

Im 213. Jahr des Bestehens wird die Produktion von Klavieren und Flügel am 31.12.2007 in Schwelm eingestellt.

HEUTE

Geschichte bewahren. Wissen weitergeben.

Das IBACH Archiv verbindet das Erbe der Manufaktur mit den Menschen, die heute ein IBACH Instrument besitzen, spielen oder erforschen.

Zum Archivservice

02 / INSTRUMENTE & GESTALTUNG

Handwerk trifft
eigene Handschrift.

Vom Konzertflügel bis zum Klavier im Familienbesitz: IBACH verbindet Klang mit Gestaltung. Die Zusammenarbeit mit Künstlern und Architekten gehört zur Geschichte des Hauses.

ARCHITEKTUR, KUNST UND KLAVIERBAU

IBACH und die Sondermodelle

Instrumentenentwürfe von Architekten und Künstlern

Als Richard Meier 1995 seinen IBACH-Flügel entwarf, begann in Schwelm zugleich die systematische Erfassung der Familien- und Firmendokumente. Der Aufbau des Archivs machte sichtbar, wie vielfältig IBACH bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit bildenden Künstlern und Architekten zusammengearbeitet hatte.

Architekten verbanden den Anspruch auf künstlerische Gestaltung mit dem Wissen um Funktion und Gebrauch. IBACH griff unterschiedliche Stilrichtungen auf und entwickelte neben der regulären Produktion Sondermodelle als Unikate, Kleinserien und Serien. Ihre besondere Glanzzeit lag zwischen 1873 und 1914; die Anfänge reichen bis zu den ersten Weltausstellungen ab 1851 zurück.

Die Entwürfe kamen von bekannten und weniger bekannten Künstlern, von kunstgewerblichen Werkstätten und aus dem Unternehmen selbst. Zu den eigenen Gestaltern gehörten der Holzbildhauer Frielinghaus sowie der Architekt Winkler, der von 1906 bis 1930 bei IBACH tätig war.

Entwurf von Albin Müller

Bewohner der Kolonie Mathildenhöhe war auch Albin Müller (1871-1943), von dessen Flügelentwurf eine vergoldete Sonderausführung für den Großherzog von Hessen-Darmstadt angefertigt wurde.

Entwurf von Wilhelm Kreis

Von Wilhelm Kreis stammt der Entwurf für den eckigen Flügel in Palisander mit Klaviatur-Türen. Er ist sehr reich intarsiert, der Deckel in Marketerie-Technik gefertigt. 1906 wurde er in Dresden präsentiert.

Entwurf von Patriz Huber

Patriz Huber (1878-1902) lebte ebenfalls in der Darmstädter Kolonie und entwarf für den bekannten Verleger Alexander Koch den "Flügel in grau" (Instr. Nr. 41.645). Das Instrument ist aus Ahornholz passend zum übrigen Mobiliar der Verlegerwohnung gefertigt.

Der Bildhauer Franz Metzner (1870-1919) schuf für diesen Flügel zwei Reliefs: auf der linken Seite "spielende Kinder" und rechts "Greis mit Jüngling".

Glockenflügel von Bembé

Eine Besonderheit des Hauses waren die symmetrischen IBACH-Flügel Modell 42, die wegen ihrer Form auch "Glockenflügel" genannt und in den 1880er Jahren sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgelegt wurden.

Dieser Glockenflügel für Hans Ibach wurde in Nussbaum mit vergoldeten Schnitzereien hergestellt. Der Entwurf stammt aus dem Hause Bembé im "Stil Louis XVI."

Entwurf von Hermann Billing

Von dem deutschen Architekten, Designer und Hochschullehrer, Hermann Billing (1867-1946), stammt der Entwurf zu diesem symmetrischen Jugendstilflügel aus Eiche in grau-blauer Farbgebung mit Intarsien (Instr. Nr. 45501). Er entwarf auch ein IBACH-Musikzimmer für die Weltausstellung in St. Louis 1904. Für den Flügel gab es einen Grand Prix. Er wurde 1906 an das Grand Hotel in Gardone Riviera verkauft.

Klavier „Stil englisch“

Aus dem Jahre 1900 stammt der Bembé-Entwurf für das IBACH-Klavier "Stil englisch".

Max Ibach war verheiratet mit Selma Preetorius. Nach dem Tod von August Bembé im Jahr 1880, wurde der erst kurz zuvor als Teilhaber in das Unternehmen eingetretene Kaufmann Wilhelm Preetorius Alleininhaber. Seine Tochter Selma, war mit Max Ibach verheiratet.

Konzertflügel von Peter Behrens

Peter Behrens entwarf 1904/1905 für IBACH ein Klavier und einen Flügel. Der Konzertflügel Nr. 50827 Modell 14a ging 1906 zur Ausstellung nach Dresden. Dort - auf der Dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung - wurde er ausgezeichnet.

Flügel für Krupp

Der Flügel Modell 40 in Zitronenholz nach einem Entwurf der Firma Bembé in Mainz wurde für die Familie Krupp 1905 hergestellt. Das Foto zeigt den Flügel im Musikzimmer in der Villa Hügel in Essen.

Flügel für Thyssen

Der Flügel Nr. 49998, Stil "Adam" aus Palisander mit echten Bronzen war ebenfalls ein Entwurf aus dem Hause Bembé und wurde für August Thyssen 1907 hergestellt. Das Foto zeigt den Salon der Familie Thyssen mit dem IBACH-Flügel auf Schloss Landsberg in Essen-Kettwig.

Entwurf von Richard Meier

Im Laufe des Jahres 1995 - unmittelbar nach dem 200jährigen Firmenjubiläum - beginnt der amerikanische Architekt und Pritzker-Preisträger Richard Meier (geb. 1934) am Entwurf seines Flügels zu arbeiten. Der Entwurf wird schlussendlich 1997 umgesetzt und auf der Grundlage des F-III 215-TH gebaut. Im gleichen Jahr wird der Flügel mit der Instrumentennummer 148.900 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Klavier von Peter Behrens

Der ursprüngliche Entwurf des Klaviers von Peter Behrens erfolgte etwa zeitgleich mit dem Entwurf für seinen Flügel Ende 1904, spätestens Anfang 1905. Das Klavier wurde in verschiedenen Ausführungen hergestellt und anlässlich des 200jährigen Jubiläums wieder aufgelegt.

Wir wissen, dass mindestens ein Original, nämlich das Klavier mit der Instrumentennummer 48.068 erhalten ist. Es befindet sich in einer deutschen Privatsammlung. Das Klavier wurde Anfang 2018 im Rahmen der Ausstellung „#alleskönner. Peter Behrens zum 150. Geburtstag“ im Museum für Angewandt Kunst Köln ausführlich gewürdigt.

Klavier von Bruno Paul

Die Zusammenarbeit zwischen Bruno Paul (1874-1968) und IBACH fällt in jene Zeit, in der Bruno Paul Schiffsinterieurs für vier Luxusliner des Norddeutschen Lloyd entwarf. Für den Luxusdampfer „Prinz Friedrich Wilhelm“ von 1908, mit dessen künstlerischer Ausgestaltung Bruno Paul beauftragt war, fertigte IBACH den Flügel des Gesellschaftssalons. Ebenfalls für dieses Schiff wurde nach Pauls Entwürfen das Klavier des Speisesaals hergestellt. Ob das Instrument Nr. 72231, der Vorläufer zu unserem späteren Modell C-118 Edition, für ein distinguiertes Privathaus oder ursprünglich auch für ein Schiff gedacht war, wissen wir nicht. Nach der Fertigstellung 1911 wurde es an den damaligen Kunstplatz Darmstadt verkauft.

1994 wurde der Entwurf wieder aufgelegt und in vier Ausführungen wahlweise mit oder ohne Intarsien schwarz poliert, weiß poliert, Kirschbaum poliert und Mahagoni poliert hergestellt.

EIN WEITERES KAPITEL DER IBACH GESCHICHTE

Orgelbau (1794–1904)

Historische Abbildung · IBACH Archiv

Welche die erste Kirchenorgel war, die der Firmengründer Johann Adolph Ibach selber herstellte, wissen wir nicht. In den ersten Jahren der Firma wurde darüber nur sehr unvollständig Buch geführt. Allerdings ist bekannt, dass J. A. Ibach bereits im Jahr nach Gründung des Unternehmens die Orgel des Kreuzherren-Klosters Beyenburg, heute Wuppertal, umfassend renovierte.

Auch wissen wir, dass J. A. Ibach in den ersten Jahren Klein- und Hausorgeln baute, für die im frommen Tal der Wupper ein guter Markt bestand. Daneben lassen sich Reparaturen für Kirchenorgeln feststellen. Größere Werke sind erst mit dem Eintritt der Söhne nachweisbar. Hier zeichnete sich besonders der zweitälteste Sohn Richard Ibach aus.

Innerhalb der Firma verdrängte der Orgelbau bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts den Klavierbau von seinem ersten Platz. IBACH-Orgeln wurden nicht nur in die deutschen Länder, sondern auch ins europäische Ausland und bis nach Übersee verkauft. Erst in den 1870er Jahren ließ der Orgelboom nach, der Klavierbau rückte bei IBACH wieder auf die erste Stelle.

Zu diesem Zeitpunkt waren Orgelbau und Klavierbau bereits organisatorisch getrennt. Hatte man bislang unter einem Firmendach gearbeitet, so kam es 1869 zu einer Aufteilung in einen separaten Klavierbaubetrieb und einen eigenständigen Orgelbau.

03 / IHR INSTRUMENT HAT EINE GESCHICHTE

Wir helfen,
sie zu erzählen.

Wann wurde Ihr IBACH ausgeliefert? Für wen wurde er gebaut? Und wie sah seine ursprüngliche Ausführung aus?

Unsere historischen Lagerbücher können Auskunft über die ersten Stationen Ihres Instruments geben. Der Umfang hängt von den erhaltenen Einträgen ab.

55 €Archiv-Recherche für europäische Anfragen
inklusive Zertifikat per Post · unabhängig vom Rechercheergebnis

IN DREI SCHRITTEN ZUR ANFRAGE

  1. Instrumentennummer finden

    Häufig steht sie auf dem gusseisernen Rahmen oder dem Resonanzboden.

  2. Instrument dokumentieren

    Halten Sie Fotos der Gesamtansicht, der Nummer und besonderer Details bereit.

  3. Anfrage vorbereiten

    Beschreiben Sie Ihr Instrument und was Sie darüber erfahren möchten.

Ihre Angaben werden zunächst nur in eine E-Mail übernommen.

GUT ZU WISSEN

Fragen zu
Ihrem IBACH.

Was kann ich durch das Archiv erfahren?

Je nach Eintrag sind das Datum der Erstauslieferung, Modell, Ausführung, Erstkäufer oder Händler und ursprünglicher Preis nachvollziehbar. Nicht alle Angaben sind für jedes Instrument erhalten.

Kann IBACH den Wert meines Instruments bestimmen?

Der heutige Wert hängt wesentlich vom Zustand ab. Dafür braucht es eine Untersuchung vor Ort durch einen qualifizierten Klavierfachbetrieb. Eine Archivauskunft ersetzt kein Wertgutachten.

Ist die gesamte Besitzgeschichte dokumentiert?

Die Lagerbücher dokumentieren vor allem die Erstauslieferung. Spätere Verkäufe und Besitzerwechsel lassen sich daraus in der Regel nicht ableiten.

Ich forsche zur Musik- oder Unternehmensgeschichte.

Das Firmen- und Familienarchiv umfasst knapp 190 laufende Meter. Für wissenschaftliche Anfragen schreiben Sie bitte an archiv@ibach.de und beschreiben Ihr Vorhaben.

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