| Grigory Gruzman...
The voice of the professional musician and university professor about the new IBACH grand piano, designed by Richard Meier. Die Stimme eines Pianisten und Hochschullehrers zum IBACH Flügel nach Entwurf von Richard Meier: F - III 215 - TH - Richard Meier |
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Die Konzertauftritte, die ich auf dem Richard-Meier-Flügel der Firma lbach bestreiten durfte, waren für mich ein wahrhaft genußvolles Erlebnis.
1. Trotz offensichtlicher Schwierigkeit sich objektiv über die Schönheit des Designs zu äußern, möchte ich meinen ganz persönlichen Eindruck nicht verschweigen. Die geniale Schlichtheit der geraden Linien und Ecken unterstreicht auf eine sehr markante Art und Weise die Präsenz dieses Instrumentes. Gleichzeitig ist es bemerkenswert, daß das Instrument fast im Raum zu schweben scheint durch die ungewöhnlichen Dimensionen und Proportionen seiner Beine und der Pedal-Lyra.
2. Die verschiedenen und fantasievollen Öffnungsmöglichkeiten dieses Instrumentes (einschließlich der einzigartigen stufenlosen Deckelaufstellung) bieten sehr interessante und sehr verschieden klingende Konstellationen: der solistisch-konzertante Vortrag, Kammermusik in jeder denkbaren Besetzung aber auch das einfache Hausmusizieren erfahren eine höchst willkommene Bereicherung und Variabilität im klanglichen Bereich. Vom rein optischen Standpunkt aus bieten die eben erwähnten Öffnungsvarianten eine ungeahnte Bereicherung für die Räumlichkeit in der sich das Instrument jeweils befindet. Als zeitgemäß und originell muß die Schutzvorrichtung für die Hände des Spielers gegen den möglichen Fall des Tastatur-Deckels bezeichnet werden.
3. Die Gestaltung der Pedal-Vorrichtung ist nicht nur ästhetisch wertvoll; im praktischen Gebrauch erweist sich eine solche Positionierung und die Form der Pedale als sehr bequem.
4. Die klanglichen Eigenschaften dieses Flügels sind geradezu erstaunlich. Wir haben es hier (der Größe nach) mit einem Salon-Flügel zu tun, welcher aber den Vortrag großer Werke der virtuosen Klavierliteratur in recht groß dimensionierten Konzertsälen erlaubt. Der Klang dieses Instrumentes ist in allen Registern sehr ausgewogen, langlebig, obertonreich und wandlungsfähig; solch ein Klang regt einerseits die Fantasie des Spielers an, erlaubt aber andererseits die Fantasie als klangliche Realität zu erleben.
Im Zeitalter der Massenproduktion und des Massengeschmacks sind Überraschungen auch im Musikinstrumentenbau sehr selten geworden; gelungene Überraschungen - kaum denkbar. Um so größer ist mein Staunen darüber, daß die Piano-Fabrik Ibach auch heute noch bereit ist absolut neue Wege zu beschreiten, offen für innovative Ideen ist und völlig neue Kreationen hervorbringen kann in einem Produktionsbereich, in dem alles sehr gefestigt ist und etwas Neues scheinbar weder nötig noch möglich ist.Grigory Gruzman